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Fragen und Antworten

Was sind Pflegegrade?

Ein Pflegegrad definiert, wie selbständig sich jemand noch versorgen kann. Dabei spielen sowohl körperliche als auch kognitive Faktoren, z. B. bei Demenz, eine Rolle.

Wie bekommt man einen Pflegegrad?

Der medizinische Dienst der Krankenkasse (MDK) kommt zu Ihnen nach Hause und verschafft sich ein Bild darüber, wie selbständig Sie sich noch versorgen können.

Die Einteilung erfolgt dann in 5 verschiedenen Pflegegraden. Sie können sich mit diesem Pflegegradrechner Ihren voraussichtlichen Pflegegrad berechnen lassen. Bitte beachten Sie, dass das Ergebnis nur Ihren voraussichtlichen Pflegegrad voraussagen kann. Das maßgebliche Ergebnis des MDK kann abweichen.

Wie hoch sind die Zuschüsse zur Pflege?
Pflegegrad
Entlastungsbetrag
Pflegegeld
Pflegesachleistung
Pflegegrad 1

€ 125,-

---

---

Pflegegrad 2

€ 125,-

€ 316,-

€ 689,-

Pflegegrad 3

€ 125,-

€ 545,-

€ 1.298,-

Pflegegrad 4

€ 125,-

€ 728,-

€ 1.612,-

Pflegegrad 5

€ 125,-

€ 901,-

€ 1.995,-

Stand: 06. November 2020

Was ist der Entlastungsbetrag?

Alle Pflegegrade haben Anspruch auf den Entlastungsbetrag in Höhe von € 125,-.


Er wird in der Regel eingesetzt, um pflegende Angehörige zu entlasten. Dieser Betrag ist für alle Pflegegrade gleich hoch.


Mit ihm können Sie die Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes finanzieren, der bei Ihnen sauber macht, für Sie Einkäufe erledigt oder Sie bei der Körperpflege unterstützt.


Sinnvoll ist z. B. auch ein Nachmittag pro Woche in einer Tagespflege, der den pflegenden Angehörigen eine Atempause verschafft.

Der Entlastungsbetrag kann nur für einen ambulanten Pflegedienst ausgegeben werden, der mit der Krankenkasse abrechnen kann.

Der Entlastungsbetrag kann auch für die Kurzzeitpflege eingesetzt oder für ein paar Monate angespart werden. Der Restbetrag verfällt am 30. Juni des Folgejahres.

Was ist das Pflegegeld?

Wenn ein Pflegebedürftiger von Angehörigen zu Hause gepflegt wird, besteht ab Pflegegrad 2 Anspruch auf Pflegegeld.

Das Pflegegeld steigt mit dem Pflegegrad.

Mit diesem Geld soll der Einsatz von pflegenden Angehörigen finanziert werden.

Verpflichtende Beratungsgespräche sind bei Pflegegrad 2 und 3 alle sechs Monate wahrzunehmen, bei Pflegegrad 4 und 5 alle drei Monate.

Was sind Pflegesachleistungen?

Diese Leistungen werden nicht für „Sachen“ erbracht, wie man meinen könnte.

Vielmehr werden damit Dienstleistungen von professionellen, ambulanten Pflegediensten in der häuslichen Pflege bezahlt.

Das geschieht vor allen Dingen dann, wenn kein Angehöriger die Pflege übernehmen kann.

Wenn die Angehörigen auch mitpflegen, können Pflegegeld und Pflegesachleistungen kombiniert werden.

Was ist Verhinderungspflege?

Die Verhinderungspflege kann dann in Anspruch genommen werden, wenn die Pflegeperson verhindert ist.

Die Verhinderung muss nicht begründet werden. So kann es sein, dass die Pflegeperson einfach eine Auszeit benötigt, oder aber auch, dass die Pflegeperson selbst erkrankt ist.

Die Pflegeversicherung übernimmt dann für 42 Tage einen Teil der Kosten für eine andere Pflegeperson im häuslichen Bereich oder aber für den Aufenthalt in einer stationären Einrichtung, wenn im häuslichen Umfeld niemand einspringen kann.

Was ist Kurzzeitpflege?

Die Kurzzeitpflege ist eine gute Möglichkeit, die Zeit zu überbrücken, in der der Pflegebedürftige nicht zu Hause versorgt werden kann.

Sie kann pro Jahr für 56 Tage in Anspruch genommen werden.

In dieser Zeit übernimmt die Pflegekasse zum Teil die Kosten der stationären Pflege.

Was ist vollstationäre Dauerpflege?

Lebt der Pflegebedürftige dauerhaft in einer Pflegeeinrichtung, bekommt er von der Pflegeversicherung Leistungen für die vollstationäre Dauerpflege.

Da die Pflegeversicherung eher einer Teilkaskoversicherung gleicht, wird darüber hinaus ein Eigenanteil fällig.

Die Höhe dieses Anteils hängt von vielen Faktoren ab: Pflegegrad, persönliche Vermögensverhältnisse, Ausstattung der vollstationären Einrichtung usw.

Unsere Pflegelotsen beraten Sie gerne unter 0781 96645301

Beispiel aus der Praxis

Müllers sind beide in Rente. Frau Müller pflegt ihren Mann seit 2 Jahren zu Hause.

Anfangs hatte er Pflegegrad 1 und den Müllers standen in dieser Zeit nur die € 125,- des Entlastungsbetrages zur Verfügung.

Frau Müller entschied sich, einen ambulanten Dienst mit der Reinigung der Wohnung zu beauftragen, um sich selbst ein wenig zu entlasten.

Als sich der Zustand von Herrn Müller verschlechterte und er in Pflegegrad 2 eingestuft wurde, nahm Herr Müller für sich das Pflegegeld in Höhe von € 316,- in Anspruch.

Das Pflegegeld wird dabei nicht mit seiner Rente verrechnet, denn es soll den finanziellen Mehraufwand durch die Pflege abdecken.

Als Herr Müller dann in Pflegegrad 3 hochgestuft wurde, wurde es Frau Müller zu viel mit der Pflege und Müllers nahmen erstmals auch die Pflegesachleistungen in Anspruch.

Mit diesem Geld finanzieren Müllers den ambulanten Pflegedienst, der nun täglich kommt. Anspruch darauf hätten Müllers schon ab Pflegegrad 2 gehabt.

Im Herbst des selben Jahres zieht Frau Müller nach einem Sturz einen komplizierten Bruch zu. Sie muss erst Zeit im Krankenhaus und danach in der Reha verbringen.

Herrn Müllers 24-Stunden-Pflege kann zu Hause weder von Angehörigen noch vom ambulanten Dienst gewährleistet werden, so dass er für diese Zeit in einer stationären Pflegeeinrichtung aufgenommen wird.

Hier können Müllers die Verhinderungs- und Kurzzeitpflege kombinieren, bis Frau Müller wieder fit genug ist.

Sollte Herr Müllers Zustand sich so verschlechtern, dass Frau Müller ihn zu Hause nicht mehr pflegen kann, wird Herr Müller dauerhaft in die stationäre Pflegeeinrichtung umziehen. Dann übernimmt die Pflegeversicherung ihren Anteil an den Kosten seines Aufenthaltes dort.

Noch Fragen? Unser Pflegelotse berät Sie gerne, wenn Sie einen Pflegeplatz bei der Winkelwaldgruppe suchen: 0781 96645301